…nach Jahren überzeugt

Ich beobachte, dass es zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von KMU gibt, die während langer Zeit die Veranstaltungen der Klimaplattform der Wirtschaft besuchen, zwar neugierig, aber vorerst ohne Partner zu werden oder eigene spezifische Klimaschutzprojekte auszuweisen. Sie zeigen Respekt gegenüber den präsentierenden Partnerunternehmen, lassen sich alles zeigen und erklären und überlegen sich still, ob und wie sie ihr eigenes Unternehmen in diesem Netzwerk positionieren wollen.

Und dann plötzlich sind sie überzeugt und schreiten zur Tat. Und bringen ein erstes Projekt in die Plattform mit ein. Motivieren ihre Lieferanten, nachhaltigere Produkte anzubieten. Überlegen sich eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie mit Augenmass für ihr Unternehmen. Kommunizieren ihr Tun der Kundschaft und den Stakeholdern.

Dabei übt der Gesetzgeber – angesichts der Relevanz von Klimaschutzmassnahmen – nicht übermässig viel Druck auf Unternehmen aus. Ein Impuls vom Regulator kann also die Teilnehmenden der Klimaplattform nicht überzeugt haben. Warum dann dieser Verhaltenswechsel bei den zuerst abwartenden und skeptischen Unternehmensvertreterinnen und -vertretern?

UmweltpsychologInnen sprechen von einer „intrinsischen Motivation“: über einige Zeit von verschiedenen Eindrücken gespiesen bildet sich eine innere Grundeinstellung, eine Werthaltung, die dazu führt, dass die entsprechenden Handlungsweisen als richtig und wichtig eingeschätzt werden. Und bei Gelegenheit schreitet man dann zur Tat. Und schafft effizientere Antriebe an. Und wechselt konsequent die Leuchtmittel aus. Und rezykliert die Abschnitte. Und dichtet besser ab.

Ich würde behaupten, im Format Klimaplattform der Wirtschaft wirkt nicht nur diese intrinsische Motivation sondern zu einem guten Teil auch das kollektive Gefühl von „wir machen gemeinsam etwas Sinnvolles“ und „ich bin ja nicht allein mit meinen Versuchen“. Das fühlt sich gut an. So wie an einem Fussball-Match (in meinem Fall an einem YB-Match), wenn alle gemeinsam fiebern: „Los, Giele, seckle, kämpfe!!“.

Jürgen Schulz

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